Sauerbruch Hutton, das internationale Büro für Architektur, Städtebau und Gestaltung, realisiert individuelle und nachhaltige Projekte unter Berücksichtigung von intelligentem Umgang mit vorhandenen Ressourcen jeder Art. Die Projekte entstehen im engen Dialog mit ihrer Umgebung und werden auf den speziellen Bedarf ihrer Nutzer zugeschnitten.
Umgeben von Bauten aus den siebziger, achtziger und neunziger Jahren entsteht im Frankfurter Westend die Erweiterung des Hauptsitzes der KfW-Bankengruppe. Der Neubau bietet neben einem Konferenzzentrum Büroräume für bis zu 700 Mitarbeiter. Das 15-geschossige Gebäude wird eines der ersten Bürohochhäuser sein, das für seinen Betrieb weniger als 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter benötigt. Eine zweischichtige Druckringfassade gewährleistet witterungsunabhängig natürliche Lüftung, hohen Wärmedämmwert und effektiven Sonnenschutz. Bauteilaktivierung und Erdwärmetauscher sorgen ebenfalls dafür, den Energieverbrauch zu reduzieren.
Als eigenständige Figur vermittelt der 56 Meter hohe Büroturm zwischen unterschiedlichen Stadträumen. Seine fließende Form wendet sich einerseits als schlanke Scheibe der Straße zu und bildet andererseits einen diskreten Horizont für den nahe gelegenen Palmengarten. Im unteren Bereich fächert sich der Turm zu einem raumgreifenden Baukörper auf. Parallel zur Straße geht er in einen Sockelbau über, der die Traufhöhe der benachbarten „Nordarkade“ aufgreift. Rückwärtig entsteht ein zusammenhängender Freiraum. Materialität und Farbgebung ergänzen das Erscheinungsbild der bestehenden Haupthäuser der KfW-Bankengruppe.
Aufgabe Erweiterung eines Verwaltungskomplexes mit Büros und Konferenzzentrum
Bauherr KfW Bankengruppe, Frankfurt
Umfang 38.000 m2
Baukosten 70 Mio €
Wettbewerb 2004, 1. Preis
Bauzeit 2006 - 2009
Der Neubau für das Umweltbundesamt ist als beispielhaftes Projekt ökologischen Bauens geplant worden. Aktive und passive Maßnahmen zur Einschränkung von Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß werden mit einer Architektur kombiniert, die eine entsprechende räumliche und materielle Ökonomie mit der bewussten Stimulation der Sinne verbindet.
Der Standort auf der Brache des Dessauer Gasviertels ist unter dem Gesichtspunkt des nachhaltigen Städtebaus ausgewählt worden. Kontaminierte Flächen wurden saniert, die Bestandsbauten des Wörlitzer Bahnhofs und einer alten Gasgerätefabrik wurden in den Komplex integriert. Die Form des Neubaus wurde so gewählt, dass ein Großteil des Grundstücks der Öffentlichkeit als Park zur Verfügung steht. Man betritt das neue Gebäude über das «Forum», das diesen Park ins Gebäude «hineinzieht». Vom Forum aus werden die öffentlichen Bereiche des Amtes wie etwa die Bibliothek und der Hörsaal erschlossen. Der Rest des Komplexes wird über das an das Forum anschließende, überdachte Atrium betreten.
Das Gebäude verbindet eine kompakte Gesamtform und hohe Außenwanddämmung mit Strategien intelligenter Haustechnik und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Es verfügt über einen sehr großen Luft-Erdwärmetauscher sowie über eine Fotovoltaikanlage und thermische Solarkollektoren. Die zum Einsatz kommenden Baumaterialien wurden nach ökologischen Gesichtspunkten ausgesucht, so zum Beispiel die in dieser Größenordnung und Nutzung für Deutschland prototypische Holz-Elementfassade.
Umfang 41.000 m2
Baukosten 63 Mio €
Wettbewerb 1998, 1. Preis
Bauzeit 2001 - 2005
Aufgabe Neubau eines Dienstgebäudes mit öffentlichem Hörsaal, Bibliothek und Restaurant
Bauherr Bundesrepublik Deutschland
Preise DGNB Gütesiegel in Gold 2009, Zumtobel Group Award 2007
lobende Erwähnung RIBA Award 2006, Balthasar-Neumann-Preis 2006
Anerkennung Holzbaupreis 2006, Deutscher Architekturpreis 2005
Das Brandhorst-Museum wird eine große Privatsammlung zeitgenössischer und moderner Kunst des 20. Jahrhunderts – in erster Linie Gemälde – bewahren. Der lang gestreckte Baukörper ist aus drei Volumen zusammengesetzt, die äußerlich durch eine Verkleidung unterschiedlicher Farbe und Helligkeit gekennzeichnet sind; sein Kopfbau markiert die Süd-Ost-Ecke des Münchner Museumsquartiers.
Auch im Innern ist das Museum in drei Teile unterteilt: Im Untergeschoss bildet der große, tagesbelichtete „Patio“ das Zentrum für eine Suite von Ausstellungsräumen, die überwiegend der Grafik sowie der Buch- und Medienkunst gewidmet sind. Im Erdgeschoss sind sieben Galerien angeordnet, die durch natürliches Zenitlicht belichtet werden, das über eine große Prismenfläche in den Innenraum refl ektiert wird. Die oberste Etage mit den größten Räumen wird direkt von oben belichtet. Der Entwurf zielt darauf ab, durch diese unterschiedlichen Belichtungsarten sowie durch die bewusste Variation von Abfolge, Größe und Proportion der Räume in den drei Abschnitten subtile Differenzierungen herzustellen.
Die Außenhaut des Gebäudes besteht aus vertikal angeordneten Keramikstäben, die in jeweils sechs Farbtönen glasiert sind, sowie einer dahinter gelegenen, horizontal gefalteten zweifarbigen Blechfassade. Durch ihre Schichtung und Polychromie besitzt diese Haut ein differenziertes Erscheinungsbild. Was aus der Nähe belebt und plastisch wirkt, erscheint aus der Entfernung wie eine homogene Fläche.
Umfang 12.100 m2
Baukosten 46 Mio €
Wettbewerb 2002, 1. Preis
Bauzeit 2005 - 2008
Eröffnung 2009