Bei dem Projekt integrierte der Generalplaner CBP zusammen mit GKK+Architekten / Oliver Kühn wirtschaftliche, soziokulturelle und ökologische Aspekte in die Gebäudeplanung. Das Hochhaus wird im August 2008 fertiggestellt.
Die Prime Office AG hat das Hochhaus des Süddeutschen Verlags als eines der ersten Immobilienprojekte in Deutschland für die Zertifizierung nach dem international anerkannten
LEED-Standard angemeldet und wird voraussichtlich das erste nach LEED zertifizierte Gebäude in Deutschland sein. LEED gilt als internationales Gütesiegel für nachhaltiges Bauen und steht für
Leadership in Energy and Environmental Design.
CBP erarbeitete als Fachplaner für die Technische Ausrüstung und die Tragwerksplanung ein ressourcensparendes Energiekonzept und setzte dieses um.
Der Value-Engineering-Prozess berücksichtigt bei sämtlichen Maßnahmen die Gebäudequalität, das lokale Umfeld mit seinen Einflüssen und Veränderungen (Wertesystem, Behaglichkeit, Nutzbarkeit, Modernität, Ressourcen, Tradition etc.) sowie globale Bezugssysteme wie zum Beispiel den Klimawandel
Im Rahmen des planungsbegleitenden Value Engineering Prozesses erarbeitete CBP auf der Grundlage der Projektziele unter Berücksichtigung der nutzungsspezifischen Besonderheiten wie etwa extrem hohe zeitliche und räumliche Flexibilitätsanforderungen oder optimale Eingriffsmöglichkeit durch den Nutzer des Gebäudes, folgende Gesamtlösung:
Die Doppelfassade mit windgeschütztem Sonnenschutz sorgt für die natürliche Be- und Entlüftung. Die thermische Stabilisierung erfolgt durch Bauteilaktivierung mit optimierter Regelung.
Der Generalplaner ergänzte das Raumklimakonzept durch individuell zuschaltbare dezentrale Fassadenlüftungssysteme mit Heiz- und Kühlfunktion. Dadurch verringert sich der Energiebedarf bei hoher Behaglichkeit sowie optimalem Nutzerkomfort.
Zur Deckung des bereits minimierten Energiebedarfs erfolgte der Vergleich unterschiedlicher Energieversorgungskonzepte auf der Basis einer ökonomischen und ökologischen Analyse. Das gewählte Realisierungskonzept besteht aus einem geothermischen Wärme- und Kälteversorgungssystem in Kombination mit einem Kraft-Wärme-Kälte-Verbundsystem.
Die Gebäude- und Anlagenoptimierung sorgt für niedrige Wärme-, Kälte- und Strombedarfswerte, die durchgängig unter den entsprechenden Benchmarkwerten liegen. Gegenüber einem Standard-Bürogebäude ergibt sich laut Berechnungen von CBP eine Bedarfseinsparung bei der Primärenergie von 31%, bei den Energiekosten eine Einsparung von 35%.
Potenziale des Value Engineering
Value Engineering kann die Qualität/Leistung optimieren und die Gesamtlebenszykluskosten von Projekten oder Prozessen verringern. Dadurch, dass das Verfahren kostspielige Praktiken eliminiert, minimiert sich der Ausschuss
in Herstellungs- und Designprozessen. VE vereinfacht und verbessert auch die Funktionssicherheit und Systemleistung. Das Verfahren erkennt potentielle Risiken und schafft Lösungen zur Minderung der Risiken.
Teamarbeit und kreative Konzepte tragen zum Erfolg des Verfahrens bei. Value Engineering muss so früh wie möglich, am besten vor der Bereitstellung von Kapital, durchgeführt werden. Der optimale Zeitpunkt für eine Value Engineering Studie ist daher während der Entwurfsphase.
Autorin:
Dipl. Ing. (FH) Architektin Ulli Moser
