Die Dachorganisation World Green Building Council unterstützt weltweit Aktivitäten nachhaltigen Bauens. Ein Primäres Ziel der World-GBC ist, die internationale Kommunikation über Nachhaltiges Bauen zu fördern. Zum einen sollen die neuesten Entwicklungen bezüglich Technik, Standards, Produkten und Projekten weitergegeben und verbreitet werden, zum anderen der Industrie der Zugang zu neuen Märkten in diesem Sektor erleichtert werden.
Die unpolitische und gemeinnützige Organisation wurde 2001 gegründet und verfügt seit 2007 über einen Sitz in Toronto. Momentan kann die Dachorganisation bereits zwölf Länder zu ihren Mitgliedern zählen. Neben Deutschland und England in Europa sind dies USA, Australien, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Indien, Brasilien, Taiwan und die Vereinigten Arabische Emirate. Darüber hinaus agiert die Organisation in fast 50 Ländern weltweit und verbreitete in den letzten Jahren eine Vielzahl von Bewertungssystemen, von denen viele aufeinander aufbauen und jeweils länderspezifisch adoptiert wurden.
BREEAM wurde von der BRE (Building Research Establishment) entwickelt und stellt ein Zertifizierungssystem hinsichtlich ökologischer Kriterien eines Gebäudes dar. Diese beziehen sich auf seine Auswirkungen auf die Umwelt in globalem, regionalem, lokalem wie auch innenräumlichem Rahmen. Die wichtigsten Kategorien sind:
Die Punkteverteilung erfolgt in jeder Kategorie, wobei die Kombination ebenfalls eine Rolle spielt, so dass aufgrund unterschiedlicher Gewichtungen einzelne Punkte zu einer Gesamtpunktzahl zusammengerechnet werden. Aus der erreichten Punktezahl resultiert dann die Wertung, die von „Sehr gut“, über „Gut“ bis zu „Durchschnittlich“ reicht. Das BREEAM kann vor allem bei Entwurf und Management als Leitfaden dienen. Das System ist anwendbar für ein breites Spektrum von Gebäudearten wie Büros, öffentliche Gebäude, Industrie, Wohnhäuser bis zu bestehenden Siedlungen. Bis zum Jahr 2007 wurden bereits 65.000 Gebäude zertifiziert.
Im Jahr 2000 wurde das auf dem englischen BREEAM aufbauende LEED eingeführt. Entwickelt wurde dieses Bewertungssystem vom U.S. Green Building Council, einer gemeinnützigen Handelsorganisation für nachhaltiges Bauen, welche als amerikanische Antwort auf das World-GBC gesehen werden kann. Das System besteht aus sechs Kategorien, darunter fünf, die sich auf die Gesundheit von Mensch und Natur beziehen.
Um ein Zertifikat zu erhalten ist die Einhaltung von mindestens neun Vorbedingungen, so genannten prerequisites und einem Minimum an anderen Kriterien aus den sechs Kategorien erforderlich. Die Bewertung ist unterteilt in vier verschiedene Zertifizierungsgrade: die „LEED Zertifizierung“ und die „LEED Silber“, „LEED Gold“ und „LEED Platin“-Auszeichnung.
Das LEED System bezieht sich im Gegensatz zum BREEAM auf alle Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes, angefangen beim Entwurf über den Bauprozess bis hin zum Abriss eines Gebäudes. Bis dato wurden primär öffentliche Bauten, Regierungs- und Verwaltungsgebäude mit dem Zertifikat ausgezeichnet.
Das vom JSBC (Japan Sustainable Building Consortium) entworfene System besteht aus vier verschiedenen Bewertungskriterien für jeden Lebenszyklus eines Gebäudes von Entwurf, Bau, Betrieb und Erneuerung bis hin zum Abriss. Eine zentrale Rolle kommt dabei folgenden Kategorien zu:
Bewertet wird die Nachhaltigkeit eines Gebäudes mithilfe des Gebäude-Umwelt-Wirkungsgrads, der sich aus dem Verhältnis von ökologischer Qualität eines Gebäudes und der Performance zur Auswirkung auf die Umwelt zusammensetzt. Der Bewertungsgrad geht von S (sehr gut), A, B+, B- bis C (schwach). Je höher dieser Grad, desto nachhaltiger ist ein Gebäude. Das Bewertungssystem ist anwendbar für verschiedene Gebäudearten wie Schulen, Wohnhäuser, Bürogebäude.
Deutsches Gütesiegel für nachhaltiges Bauen
Weitere Informationen:
www.worldgbc.org
www.breeam.org
www.usgbc.org
www.ibec.or.jp/CASBEE/english
