„Das Thema Klimawandel ist in der Tat angekommen.“
Am Ende der 3. Konferenz für Immobilien Lebenszyklus Managment (ILM) am 29.11.07 in Düsseldorf, fasste Keynote Speaker Dr. Volker Hauff den Tag für die 600 Fachbesucher aus der Immobilienbrache zusammen. Der Bundesminister a.D. und Vorsitzende des Rates für Nachhaltigkeit benannte die wesenlichten Botschaften des Konferenztages.
„Die Zeit zum Handeln ist da. Maßnahmen, die die Temperaturen um 2° Celsius senken, würden 1% des weltweiten Bruttosozialprodukts kosten. Wenn man dagegen nichts unternimmt, könnten die Folgen bis zu 5% kosten“, zitiert Hauff den Bericht von Sir Nicholas Stern. Da die Privathaushalte in Deutschland für mehr CO2 Emissionen verantwortlich sind, als die gesamte Industrie, muss hier ein Umdenken stattfinden.
„Die Immobilienwirtschaft macht einen Strukturwandel durch.“
Die Unternehmen sind schon einen Schritt voraus, denn sie sehen Nachhaltigkeit als Lizenz zur Zukunftsfähigkeit. Die großen Begriffe bei einer Immobilie waren immer „Lage, Lage, Lage“. In Zukunft wird es heißen „Energie, Energie, Energie“, und das nicht erst im Nachhinein, so prophezeit Hauff, sondern schon von der Wettbewerbsphase an. Neben der Bauwirtschaft spielt die Nachhaltigkeit auch in der Finanzwirtschaft eine immer größer werdende Rolle, was sich am enormen Wachstum der „Nachhaltigkeitsfonds“ zeigt.
Lineares Denken muss abgelöst werden durch neue Ansätze und neue Wege in der Politik, um wirklich Erfolge zu erreichen. Für Hauff gibt es drei Stufen der Klimapolitik. Die Stufe auf der wir uns gerade befinden, ist die Reduzierung. Als zweite Stufe nennt er die „Low Carbon Economy“, das heißt die Kohletechnologie entscheidend voranzubringen, als Brückentechnologie für die nächsten 20-30 Jahre. Die dritte Stufe ist die „Carbon Neutral Economy“, eine kohlenstoffneutrale Wirtschaftentwicklung, wie es uns Neuseeland schon vormacht.
Der Energieausweis ist ein guter Ansatz, jedoch müsse ein ganzheitliches Konzept im Vordergrund stehen. Bei Studien über die Umweltverträglichkeit liegt Neuseeland auf dem ersten Rang, Deutschland ist mit dem 22. Platz fast genauso weit abgeschlagen wie die USA auf Platz 28. Neuseeland schafft es sogar, einen Apfel mit einer günstigeren Energiebilanz nach Deutschland zu liefern als die Südtiroler. Ähnlich wie bei der Stiftung Warentest meint Dr. Hauff sollte ein Label entwickelt werden, das nachhaltiges Bauen garantiert. Wenn jedoch selbst bei Gebäuden der Regierung keine verlässlichen Kostenunterlagen vorhanden sind, ist man davon noch ein gutes Stück entfernt.
„Die Stadt ein großes Zukunftsthema“
Die Trennung von Arbeit, Wohnen und Freizeit wird sich sicher nicht fortsetzen. Dazu kommt das Riesenproblem der Infrastruktur und der Frage wie man auf den demografischen Wandel unserer Gesellschaft und die Schrumpfung der Stadt reagiert. Um wirklich etwas zu bewirken, müsste man bei den Städteplanungen beginnen und sich die Frage stellen, wie das Leben in unseren Städten in Zukunft aussehen wird.
Der vollständige Vortrag von Dr. Hauff steht
hier zum Download bereit.
Weitere Informationen unter:
www.ilmkonferenz.com
