Um- und Ausbau eines Produktions- und Verwaltungsgebäudes


Opens external link in new windowpinta acoustic – vormals illbruck acoustic – ist einer der führenden Hersteller von Produkten für Raumakustik und technischen Schallschutz. Als das Unternehmen im Rahmen der Umfirmierung auch einen neuen Firmensitz suchte, fiel die Wahl auf die 25 Kilometer westlich von München gelegene Gemeinde Maisach – und für Aigner Architecture. Marie Aigner verwandelte das Mietobjekt im Gewerbegebiet mit wenigen, gut gesetzten Eingriffen in ein schmuckes Stück Corporate Architecture, das nicht nur als Bekenntnis zur Unternehmensphilosophie, den Produkten und den Mitarbeitern funktioniert, sondern ganz nebenbei auch energieeffizient und nachhaltig ist.

Prägend für die Markenphilosophie des Unternehmens ist Michael Illbrucks Engagement im Hochsee-Segelsport, der mit seiner Yacht „illbruck“ 2002 das Volvo Ocean Race gewann – die härteste Round-the-World-Regatta der Welt. Zentrale Markenwerte sind Dynamik, Zukunftsorientierung, Leistungsstärke, aber auch Teamgeist und Kommunikation: „Nur wenn die besten Leute optimal zusammenarbeiten, lassen sich echte Spitzenleistungen erzielen“, so der Firmengründer.

Ziel und Aufgabe von Aigner Architecture war es, das neue Firmengebäude südlich von München zu einem Träger dieser Philosophie zu machen – und die genannten Werte Kunden, Mitarbeitern und Gästen intuitiv zu vermitteln. Dazu setzten die Architekten neben den Elementen Raum, Licht und Farbe auch gezielt die Produktpalette von pinta acoustic ein. Um dem Mietobjekt im Gewerbegebiet eine Identität zu verleihen, ließen Aigner Architecture die Außenhaut in der Firmenfarbe schwarz übermalen und eine Reihe Bambusstauden vor der Fassade pflanzen; zwei Wasserbecken im Hof und ein Wasserschleier vor der Rampe des Personaleingangs sind in Planung.

Im Inneren wurden die beiden ineinander verschränkten Kuben entkernt, Ein- und Übergänge als Schleusen inszeniert: Über der Eingangsrampe zieht eine bewegte, in der zweiten Firmenfarbe „Illbruck“-Grün gehaltene Lichtdecke den Besucher suggestiv in das ebenfalls in schwarz gehaltene Foyer, das von einer knapp zehn Meter langen Theke, längs zum verlaufenden Lichtkanälen und Videoinstallationen geprägt wird. Dem Wunsch des Bauherrn nach einem Showroom entsprachen Aigner Architecture mit raumhohen Lichtskulpturen aus den Produkten des Unternehmens im Treppenhaus – und nutzten so den gesamten Verwaltungstrakt als Präsentationsbereich.

Darüber hinaus finden sich die Raumakustik-Komponenten von pinta acoustic als unregelmäßiges Raster von Schalldämmplatten in der Kantine sowie als wellenförmige Schallschutz-Lamellen an den Decken der Büros und Besprechungsräume. Die sind im Gegensatz zum Außen- und Kundenbereich in Weiß- und Grautönen gehalten und mit maßgeschneiderten Tischen, Stühlen, Bänken und Leuchten ausgestattet; Glaswände schaffen Transparenz und Blickkontakt.

Mit pinta acoustic schufen Aigner Architecture eine Marken- und Arbeitswelt, die nicht nur prägnant, sondern auch kostengünstig (das Budget für den Um- und Innenausbau betrug knapp 3 Mio. EUR) und darüber hinaus energieeffizient und nachhaltig ist: Die Corporate Architecture ergeht sich nicht in Materialschlachten, sondern kommt mit bescheidenen Mitteln aus, die Nachnutzung einer Bestandsimmobilie reduziert die graue Energie enorm, die Verwendung der „hauseigenen Produktion“ zu Wärme- und Schalldämmung senkt neben den Material- vor allem die Logistikkosten und den damit verbundenen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß, und die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter pendelt nicht etwa die 25 Kilometer von München nach Maisach, sondern wohnt auch in der Nähe des Standorts. Last not least ist Michael Illbruck daran interessiert, das Gebäude langfristig zu nutzen: Die Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer laufen.

Danach werden die bestehenden Leitungen und Anlagen in einem zweiten Bauabschnitt saniert, die Außenfassaden des Produktionsgebäudes mit Flachkollektoren verkleidet und ein ganzheitliches Energiekonzept unter Einbeziehung der bei der Produktion generierten Abwärme und einer Brauchwasserheizung umgesetzt. Dabei entzieht ein Wärmetauscher dem Abwasser die Energie, eine Wärmepumpe macht sie anschließend für Heizung und Kühlung des Gebäudes verfügbar. Zusätzliche Wärme wird über die kontrollierte Be- und Entlüftung zurück gewonnen.

Autor: Jochen Paul


Bauherr:  pinta acoustic GmbH, Michael Illbruck, Feringastraße 12b, 85774 Unterföhring
Akustikplaner:  Aigner Architecture, München mit pinta acoustic
Tragwerksplaner:  Barbatsalos, München
Baukosten:  3,04 Mio. EUR
Hauptnutzfläche:  5.072,85 qm
Bruttorauminhalt:  34.062,85 cbm


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