Interview mit Marie Aigner

Jochen Paul: Wie sehen die Eckpunkte des Energiekonzepts für pinta acoustic aus?

Marie Aigner: Unsere Überlegung war, möglichst viele „Nebenprodukte“ zu nutzen: Bei pinta entstehen in der Produktion Abwärme, Abwasser und Abfälle – mit denen könnte man ebenfalls heizen. Mit dem zweiten Bauabschnitt ist unser primärer Energielieferant nicht mehr die Fernwärme, sondern das Brauchwasser: Ob gereinigt aus der Kläranlage oder direkt vor Ort – im Sommer ist es kühler als die Außenluft, im Winter wärmer, so dass man damit im Sommer kühlen und im Winter heizen kann. Zudem fällt bei der Produktion Abwärme an, die wir ebenfalls nutzen können.

JP: Im Winter ist die Abwärme der Maschinen sicher ein Vorteil. Was ist damit im Sommer?

MA: Im Sommer wird die Halle über die Tore im Ost- und im Nordbereich belüftet; darüber hinaus steigt die warme Luft auf, so dass über die geöffneten Oberlichter ein permanenter Luftaustausch stattfindet.

JP: Im Innenbereich konnten Aigner Architects zur Schalldämmung direkt auf die vor Ort produzierten Akustikpaneele zurückgreifen. Wie sieht es bei der Außenfassade aus?

MA: pinta acoustic ist dabei, in den Bereich Fassadendämmung einzusteigen, so dass wir auch hier die Möglichkeit haben, die Fassade „aus eigener Produktion zu dämmen“ – und damit nicht nur Lager- und Transportkosten, sondern auch den damit verbundenen CO2-Ausstoß und den Verbrauch fossiler Energien vermeiden können. Zudem werden wir die energetisch günstig gelegene Süd- und Westfassade der Produktionshallen mit Photovoltaik-Flachkollektoren verkleiden.