Energieeffiziente »Corporate Architecture« für Berliner Solarfirma

Die Umwandlung von Sonnenenergie in Solarstrom ist eines der Felder in der regenerativen Energiegewinnung, das zu den am weitesten entwickelten Zukunftstechnologien zählt. Die Fertigungstechnik und das Knowhow hinter dem »Grünen Solarstrom« stammt nicht selten aus Deutschland. Und auch, wenn die Produktion der Solarwafer oft genug in Asien oder den USA angesiedelt ist: Forschung, Entwicklung, Montage und Konfektionierung der PV-Systeme bleibt weiterhin »made in Germany«.


Auch Solon setzt bewusst auf den »Standort Deutschland«. Als einer der führenden Hersteller von Solarmodulen und Anbieter von Solarkraftwerken in Europa sieht sich das Berliner Unternehmen dem nachhaltigen Wirtschaften, schonenden Umgang mit Ressourcen und der Nutzung von alternativen Energien verpflichtet. Diesen Ansprüchen musste auch der Neubau des eigenen Firmengebäudes, neudeutsch »Corporate Headquarter«, genügen. Als Standort wählte man den Berliner Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof – einen Ort mit Geschichte und einzigartigen Industriedenkmälern wie der »Schallgedämpfte Motorenprüfstand« aus den 1930er Jahren (Hermann Brenner und Werner Deutschmann). Mit dem neuen Gebäude befindet man sich in illustrem Umfeld; in Adlershof steht auch das mehrfach prämierte Photonikzentrum von Sauerbruch Hutton, zahlreiche Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben hier ihre Zentralstandorte. Das befruchtet Geist und Handeln.

Veredelter Rohbau

Das Firmengebäude basiert auf dem Prinzip des veredelten Rohbaus. Bei der Außenhülle wurde Wert auf höchsten Wärme- und Kälteschutz gelegt, hochwertige und nachhaltige Materialien fanden hier Verwendung. Im Innern wurde rigoros auf Unnötiges verzichtet, zugunsten von Flexibilität und Variabilität der Räume. Diese Denkweise ist Teil der Firmenphilosophie: die Mitarbeiter steuern selbt Licht, Heizung, Lüftung. Sie sind es, die entscheiden, wo und wie sie im Gebäude arbeiten. Diese Flexibilität, im Großen wie im Kleinen, ist in einem prosperierenden, sich ständig ändernden Solarmarkt überlebenswichtig.

Multifunktionale Fassade

Das Solon-Gebäude liegt am südöstlichen Eingang des Technologieparks. Auf dem dreieckigen Grundstück sind die viergeschossige Verwaltung und und die Produktion vereint. Zwar räumlich voneinander getrennt, sind sie über drei Brücken miteinander verbunden. Die multifunktionale  Fassa-de ist in Holzrahmenbauweise vorgefertigt. In der Produktion wurden bereits Sonnenschutz, die Fensterelemente, Heizkörper und Akustikelemente in die Segmente integriert.

Das Produktionsgebäude im westlichen Teil des Grundstücks besteht aus einer quaderförmigen Halle und beherbergt Produktion und Teile der Verwaltung. Mittig zwischen beiden Gebäuden bedindet sich der Haupteingang in einem gläsernen Atrium. Durch ein begrüntes Dach lugen die cortenstahlverkleideten Treppenhäuser auf, die innenliegenden Atrien schaufeln wie »Lichtkanonen« Tageslicht tief ins Gebäude.


Offenes Raumkonzept

Im Innern zeigt sich das Verwaltungsgebäude offen. Das lichte Raumkonzept ohne feste Wände zieht sich durch den gesamten Entwurf von Schulte Frohlinde Architekten. In jeder Etage finden die Mitarbeiter Orte für verschiedenste Bedürfnissse vor: von festen Arbeitsplätzen über Konferenzzonen bis hin zu Ruhezonen. Was »wie im Märchen« für zahllose Angestellte, die bei anderen Arbeitgebern stupide in muffigen Büros vor sich hin arbeiten, klingt, ist Teil der Solon-Strategie. Die Mitarbeiter sind die Zukunft und verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens, wie Thomas Krupke, CEO von Solon, die Ideen hinter Gebäudeentwurf und Firma beschreibt.


Nachhaltiger Erfolg

Architekten und Energiedesigner haben eng zusammengearbeitet, um Energieverbrauch und CO2-Ausstoß um 75 % im Vergleich zu einem herkömmlichen Verwaltungsgebäude zu senken. Viele Einzelmaßnahmen sollen dabei zum nachhaltigen Erfolg des Energiekonzepts beitragen: Betonkernaktivierung in der Deckenkonstruktion, energetisch optimierte Fassade mit Dreifach-Isolierverglasung und außenliegendem Sonnenschutz zur Wärmeeintragsreduktion und für einen Solarmodulhersteller selbstverständlich: eine gebäudeintegrierte PV-Anlage mit einer Leistung von 210 kWp.


Maximale Bewegungsfreiheit

Flexibilität und Variabilität – diese Grundsätze spiegeln sich auch in der innovativen Stromversorung der Arbeitplätze wider. Für jeden Schreibtisch wurden mit dem Partner Younicos so genannte »E-Shuttles«, mobile Steckdosen, entwickelt. Von den Shuttles aus kann man Strom beziehen, netzunabhängig, im ganzen Haus und an jedem Ort. Stromerzeugung und Stromnutzung wurden voneinander entkoppelt. Das bedeutet maximale Bewegungsfreiheit für jeden Einzelnen, die nicht vor den Toren der Verwaltung Halt macht: jedem Mitarbeiter stehen solare Ladestationen und Elektroroller zur Verfügung, die auch nach Feierabend genutzt werden.


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