Dockland entstand auf 3.000 qm frisch aufgeschüttetem Neuland in der Elbe und liegt am Kopf des Edgar-Engelhard-Kais zwischen Norderelbe und Fischereihafen. Allein diese prominente Lage rückt das Gebäude in den Fokus des Hamburger Stadtbildes, die expressive Gebäudeform erregt ebenfalls Aufsehen. In dem siebengeschossigen Gebäude wurde die geometrische Form eines Parallelogramms auf den Hochbau übertragen: Ähnlich der Gestalt eines Luxusliners neigt sich der Baukörper um 24 Grad, sodass der Bug rund 40 Meter über die Elbe ausragt.
Das Dockland bietet insgesamt 9.000 qm Büroflächen sowie 79 Stellplätze auf Erdgeschossebene. Die Erschließung erfolgt über Freitreppen, die am Heck des Gebäudes bis hinauf zum Dach führen und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. So haben auch Besucher die Möglichkeit, das Dach als Aussichtsplattform zu nutzen und die spektakuläre Sicht von oben zu genießen. Die interne Erschließung der einzelnen Geschosse erfolgt durch zwei voll verglaste Schrägaufzüge, die ebenfalls den Blick auf Hamburg ermöglichen.
Das nahezu vollständig verglaste Gebäude mit 21 Meter Breite und 86 Meter Länge wird von einer Stahlrahmenkonstruktion getragen. Das Tragwerk besteht aus zwei gebäudehohen Stahlfachwerkträgern, die witterungsgeschützt in der Doppelfassade liegen, und einem axial stehenden Stahlrahmen. Die anfallenden Lasten werden mit Stützen im Abstand von 6,75 Meter in die Stahlrahmenkonstruktion abgetragen, das Ausbauraster der Fassade beträgt 1,35 Meter.
Offenheit und Transparenz
Der Bauherr, die Robert Vogel GmbH, legte großen Wert darauf, den zukünftigen Mietern des Docklands Büroflächen mit hoher Arbeitsplatzqualität zur Verfügung zu stellen. Wie die Lage des Bürogebäudes bereits von außen Weitläufigkeit vermittelt, ist auch die Gestaltung der Innenräume von Offenheit geprägt. Die unterschiedlichen Nutzungsbereiche der Büroflächen werden lediglich von frei eingestelltem Mobiliar markiert, sodass eine großzügige und luftige Atmosphäre entsteht. Großer Wert wurde auch auf die Innenausstattung gelegt: Die Materialkombination von Stahl, Glas, Naturstein sowie Mahagoni- und Zedernholz erzeugt eine elegante und zeitlose Atmosphäre.
Die Kommunikationsbereiche wie Besprechungs- und Warteräume, Ausstellungszonen, Teeküche, Archive sowie die Sanitärkerne wurden konsequent in die Gebäudemitte verlagert. Die WAREMA Wintergarten-Markisen laufen von unten nach oben. Sie wurden speziell an die Schrägverglasung der Stirnseite des Objektes angepasst. Durch den verdeckten Einbau von Antrieb und Behang in den Fußboden passt sich das System elegant der Gebäudegestaltung an. Dadurch konnte die Gebäudefassade nahezu komplett in Glas ausgeführt werden – die Büro-Mitarbeiter haben so neben einer qualitativ hochwertigen Arbeitsumgebung noch einen wunderbareren Blick auf das Hafenpanorama.
Sonnen- und Blendschutz
Die großzügige Verglasung führt jedoch zu einer erhöhten solaren Einstrahlung in das Gebäude und erfordert Maßnahmen für Sonnen- und Blendschutz. An der Stirnseite des Bürogebäudes mit großformatiger Schrägverglasung entschieden sich BRT Architekten deshalb für den Einsatz eines innenliegenden Blendschutzes: Die WAREMA Wintergarten-Markisen schließen Reflexionen und Blendungen am Arbeitsplatz aus und sorgen für optimale Arbeitsbedingungen.
Aufgrund der ungewöhnlichen Fassadengestaltung des Gebäudes war eine speziell auf die Schrägverglasung zugeschnittene Sonderlösung erforderlich, die in Zusammenarbeit mit WAREMA entwickelt wurde. Die Besonderheit der Markise ist der verdeckte Einbau: Antrieb und Behang liegen in einem Kasten aus stranggepresstem Aluminium im Fußboden, und die auf die Fassadenkonstruktion aufgesetzten Führungsschienen treten ebenso dezent in Erscheinung. Die Markise funktioniert nach dem Gegenzug-Prinzip von unten nach oben und kann über eine maximale Länge von sechs Metern ausgefahren werden.
Lichtlenkung
An die geneigte Fassade der Stirnseite schließen die Längsseiten des Gebäudes an. Die dort eingesetzte hinterlüftete Doppelfassade bietet die Möglichkeit, im Fassadenzwischenraum einen zwischen der Verglasung liegenden Sonnenschutz zu montieren. Im Vergleich zu einem innenliegenden System lässt sich damit die Kühllast in den Räumen um ein Vielfaches reduzieren. Die äußere Fassadenhaut besteht aus raumhohen, absturzsicheren und linienförmig gelagerten VSG-Scheiben. Schmale, raumhohe Drehflügel in der inneren Verglasung bieten die Möglichkeit der natürlichen Lüftung.
In dem 1,40 Meter tiefen Fassadenzwischenraum wurden WAREMA Raffstores mit Aluminium-Flachlamellen montiert. Sie sorgen für eine effektive Tageslichtnutzung, gewährleisten sowohl Sonnenwie Blendschutz am Arbeitsplatz und ermöglichen eine optimale Raumausleuchtung. Zugleich regulieren sie den solaren Wärmeeintrag ins Gebäude und sorgen damit für eine thermische Behaglichkeit. Das steigert das Wohlbefinden der Mitarbeiter am Arbeitsplatz und senkt die Energiekosten für Kunstlicht.
Gebäudeautomation
Die automatische Steuerung für die verschiedenen im Bürogebäude Dockland eingesetzten Sonnenschutzprodukte erfolgt via LONWORKS® Technologie. Das dezentrale Bussystem ermöglicht effektiven Sonnenschutz für optimalen Licht- und Wärmeverhältnisse in den Büroräumen gemäß den komplexen Anforderungen des Bauherrn. Das System besteht im Wesentlichen aus Komponenten der Wetterstation, Motorsteuereinheiten und Bedienelementen. Präzise Sensoren zur Erfassung der Außenhelligkeit und Windstärke sind an die LON Sensoreinheit angeschlossen. Die Messwerte sowie Datum und Uhrzeit werden in Form von Netzwerkvariablen dem System zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Busteilnehmer in Form von Motorsteuereinheiten werten die Daten aus und führen Fahrbefehle gemäß den eingestellten Parametern aus.
Jeder Nutzer kann über örtliche Taster den Behang so einstellen, dass sein individuelles Verlangen nach Licht, Blendschutz und Wärme erfüllt wird. Das Verhalten der Automatiksteuerung nach einer örtlichen Bedienung wurde gemäß Kundenwunsch parametriert. Die zentrale Bedienung erfolgt über eine LONVCU, deren freiprogrammierbares Menü objektspezifisch an die Bedürfnisse angepasst wurde. Die zentrale Bedieneinheit im zeitlosen Design dient gleichzeitig der Visualisierung der Wetterdaten.
Neben den standardisierten Sicherheitsfunktionen wie Wind- und Brandalarm ermöglicht die LONWORKS® Technologie die Umsetzung von individuellen Lösungen. In Zusammenspiel mit der bauseitigen Gebäudeleittechnik (GLT) kann die Sonnenautomatik in Abhängigkeit der Uhrzeit und in Kombination mit der Außentemperatur erfolgen. Auch die zentrale und fassadenweise Ansteuerung der Behänge, zum Beispiel zu Reinigungsarbeiten, erfolgt über eine direkt Anbindung an die GLT. Mit Hilfe der Fernwartung über einem ISDN-Modem kann die Steuerung bei Änderungswünschen hinsichtlich Grenzwerten, der Funktionalität oder Raumaufteilungen schnell und kostengünstig auf die neue Situation angepasst werden.
Architekten:
BRT Architekten, Bothe Richter Teherani, Hamburg
Tragwerksplaner:
Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg
Bauherr:
Robert Vogel GmbH & Co. KG, Hamburg
Generalunternehmer:
Richard Ditting GmbH & Co. KG, Niederlassung Hamburg
Fassadenbau:
DS-Plan LgBB, Stuttgart
Fertigstellung:
Januar 2006
Bilder:
Warema
Tageslichtsystem:
Steuerung:
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