Fast die Hälfte des weltweit gehandelten Stahls besteht heutzutage aus recyceltem Altstahl. In Europa sind sogar nahezu 100 Prozent der für den Bau verwendeten Walzprofile aus Schrott, bei Blechen liegt die Recyclingquote europaweit bei etwa 45 Prozent.
Dies geht aus einer aktuellen Vorstudie der TU München zum Thema „Nachhaltiges Bauen mit Stahl“ (Emsinger, Radlbeck, Ndogmo, Zschogge) hervor. Die Untersuchungen wurden im Auftrag der DASt, FOSTA und dem Stahlbau Zentrum Schweiz (SZS) erstellt.
Profile für den Stahlbau, dazu zählen Armierungsstahl und Walzprofile, Flachstahl und Grobbleche, werden zu 98 Prozent aus Haushalts- und Autoschrott hergestellt. Das vorwiegende eingesetzte Verfahren für das Recyceln von Stahl heißt Elektrostahlverfahren. Hierbei wird der Stahl im Lichtbogen oder Induktionsofen aus Schrott verschmolzen.
Die Herstellung dieses Sekundär- bzw. Elektrostahls benötigt rund zwei Drittel weniger Energie als die Herstellung von Primärstahl. Es werden dabei rund drei Viertel weniger CO2-Emissionen produziert.
Damit kann die Stahlbauweise einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten. Weitere Argumente liefern hierbei auch die lange Lebensdauer, hohe Vorfertigungsgrade und die leichte De-/Montage von Stahlprofilen. Die TU München fordert in diesem Zusammenhang, die Möglichkeiten für das Direct Recycling, also das komplette Bauteilrecycling, zu prüfen. Hierzu sei der Aufbau einer Datenbank über gebrauchte Bauteile/Träger denkbar, auf die dann Ingenieurbüros und ausführende Firmen zugreifen könnten.