Doppelhelix aus Stahl

Die Weave Bridge an der University of Pennsylvania besteht aus zwei ineinander gewundenen Stahl-Spiralen. (Abb.: Arup AGU)
Die Weave Bridge an der University of Pennsylvania besteht aus zwei ineinander gewundenen Stahl-Spiralen. (Abb.: Arup AGU)

Eine Fußängerbrücke als Doppelhelix: Sie ist das neue architektonische Kleinod der University of Pennsylvania. Die vom Designteam Arup AGU (Advanced Geometry Unit) entworfene Stahlkonstruktion überspannt bei einer Länge 42 m eine den Campus und das Sportgelände der Universität trennende Gleisanlage. In städtebaulichem Kontext stellt die sogenannte Weave Bridge als Teil des Masterplans, des “Penn Connects”, eine neue fußläufige Verbindung zwischen Universität und Stadtzentrum her. Sie bildet als erstes realisiertes Projekt den Kern dieses auf Fußwegen basierenden, von Arup AGU entwickelten Landschaftskonzepts. Cecil Balmond, Gründer des Forschungsgruppe AGU, beschreibt die Entwurfsidee so: „Es ging uns nicht darum, einen neuen Typ ‚Brücke’ zu entwickeln. Für uns ist die Brücke ein architektonischer Raum: ein Übergangsraum im Kontext eines als großen Korridor oder als Verbindung in einem großen Gebäudekomplex angelegten Masterplans.“ [The project is not about engineering a new type of bridge structure per se. It is about treating the bridge as architectural space: a space of passage in a masterplan that is not unlike a major corridor or link in a large building complex.“]

In der Ansicht scheint es sich bei der Weaving Bridge um eine eher konventionelle Tragstruktur zu handeln - ein Fachwerk mit Zugdiagonalen und Aussteifungselementen zwischen den Streben.

Doch trügt dieses Bild: Die eigentliche Geometrie besteht aus zwei miteinander verflochtenen Stahl-Spiralen. Dadurch entfallen die üblicherweise nötigen Längsträger. Die Doppelhelix verengt sich in der Mitte der Brücke, was einerseits die Tragwirkung der Struktur verstärkt und andererseits dem Fußgänger ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. An den Auflagern weitet sich der Brückenraum und der Fußgänger betritt wieder festen Grund.

Die Brücke wurde als komplett vormontiertes Bauteil über die Gleise gehoben und mit den Auflagern fixiert. Grioßformatige Glaspaneele in Augenhöhe erlauben eine ungehinderte Sicht auf die Umgebung.



Die Weave Bridge bildet das Kernprojekt des von Arup AGU entwickelten Masterplans für die University of Pensylvania. (Abb.: Arup AGU)
Die Weave Bridge bildet das Kernprojekt des von Arup AGU entwickelten Masterplans für die University of Pennsylvania. (Abb.: Arup AGU)

(Abb.: Arup AGU)

Projektname: Weave Bridge, Philadelphia

Bauherr: University of Pennsylvania

Architektur: Cecil Balmond - Arup AGU

(Advanced Geometry Unit)

Entwurfsteam: Daniel Bosia Arup AGU;

Engineers of Record Ammann & Whitney (USA)

Fertigstellung: Sommer 2009