
Der diesjährige Stahl-Innovationspreis wurde am 30. Juni in Düsseldorf verliehen. Der vom Stahl-Informationszentrum ausgeschriebene Wettbewerb findet im 3-Jahres-Rhytmus statt und gilt als einer der bedeutendsten seiner Art. Er ist in vier Kategorien eingeteilt: Produkte aus Stahl, Stahl in Forschung und Entwicklung/Verfahren, Bauteile und Systeme aus Stahl für das Bauen sowie Stahl-Design.
Im Bereich des Bauwesens wurden insgesamt fünf Preise verliehen. Der erste ging an die SEAG System-Elemente Aktiengesellschaft für ein Fußbodensystem aus Stahlblech. Das Ingenieurbüro Neuner + Graf aus Garmisch-Partenkirchen und die Planungsgemeinschaft Zwischenräume aus München wurden für einen Fußgängersteg über die Große Vils in Taufkirchen mit dem zweiten Preis prämiert. Einen dritten Preis erhielten das Büro SSF Ingenieure GmbH aus München für eine Stahl-Verbundbrücke über die A73 sowie die Contrial GmbH & Co. KG für eine Neuentwicklung eines Fassaden-Abstandshalters.
Das Fußbodensystem der SEAG System-Elemente Aktiengesellschaft, das in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig entwickelt wurde, beruht aus einem verzinkten, 0,5 Millimeter starkem Stahlblech. Die Grundelemente (1.192 auf 556 Millimeter) werden durch ein Stecksystem kraftschlüssig in der Fläche verbunden und mit Fließestrich verfüllt. Neben der hohen Tragfähigkeit ist das System mit einer maximalen Aufbauhöhe von 10 Millimetern und einem Gewicht (einschließlich des Estrichs) von 16 bis 45 kg/m2 extrem dünn und leicht. Die Stahlblechelemente sind leicht zu transportieren und zu verlegen.
Die mit dem zweiten Preis ausgezeichnete Fußgängerbrücke in Taufkirchen überzeugte durch die erfolgreiche Verbindung von Ingenieurleistung und architektonischer Qualität: Es handelt sich um eine stählerne Brücke mit einer Spannweite von 20 Metern. Das Geländer besteht aus Stahlblechtafeln aus wetterfestem Stahl mit einer Dicke von 20 Millimetern. In dieses Blech sind im Brennschneideverfahren scharfkantige, einem organischen Muster folgende Öffnungen herausgefräst. Dieses willkürlich erscheinende Bild folgt jedoch einem genauen statischen Konzept: Die Geländer vereinen zwei sich überlagernde Fachwerke mit breiten Druck- und schmalen Zugstreben.
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