
Passend zum Thema wurde der Realisierungswettbewerb »Zurück in die Stadt«, auf dem Dach der Kohlenwäsche in der Zeche Zollverein, einem aktuellen Beispiel zum Umgang mit bestehenden Dachstrukturen, im Rahmen einer Pressekonferenz ausgelobt.
»Warum zurück in die Stadt?«, fragte Prof. Kündig, Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, der die Auslobung mit einem Vortrag zum Sinn der urbanen Verdichtung der Dachlandschaft einleitete. Es geht um mehr Lebensqualität – kulturell, sozial, ökonomisch und ökologisch, analysierte das Jurymitglied den anhaltenden Trend und sprach sich gegen eine Zersiedelung der Peripherie aus. Hohes soziales und stadtgestalterisches Potenzial ist hingegen in den Dachbrachen der Wohnsiedlungen aus den 30er und 50er Jahren und der Gewerbe- und Verwaltungsgebäude der 70er Jahre zu sehen. Da urbane Lebensqualität ohne eine horizontale und vertikale Nutzungsdurchmischung nicht erreichbar ist, ist es wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoll, diese Brachen zu nutzen. Wichtig dabei ist jedoch der intellektuell und gestalterisch kompetente Umgang mit den Dachflächen, die einen Teil des städtischen Territoriums abbilden und formen. Darum forderte Prof. Kündig abschließend die Politik und Verwaltungen auf, nachhaltige Bestandssanierung und -verdichtung zu fördern und dafür den entsprechenden rechtlichen Rahmen zu schaffen.
Prof. Kündig im Interview
Im Anschluss an den Vortrag haben wir Prof. Kündig zu dem Wettbewerb befragt. Warum das Thema „Wohnen in der Stadt“ verstärkt diskutiert wird und welche Impulse der Wettbewerb nach Meinung von Prof. Kündig leisten kann, erfahren Sie im
MP3 Mitschnitt unseres Interviews.