

Um das Wohnhaus mit mittelalterlichen Grund mauern inmitten der niederösterreichischen Kleinstadt aufzuwerten und zu vergrößern, wurde das Dach abgetragen und in Teilbereichen durch ein neues Geschoss ersetzt. Dieses kragt zum Fluss hin mit einem Panoramafenster aus und öffnet sich seitlich zum nicht überbauten Teil des Altbaus, der neuen Dachterrasse. Die Materialität orientiert sich an der umgebenden Altstadtbebauung mit schiefergedeckten Mansarddächern. Auf dem massiven, weiß verputzten Sockel lagert der neue, als steile Mansarde interpretierte Baukörper, eine mit anthrazitfarbenen Schindeln aus Faserzement bekleidete Holzrahmenkonstruktion.
Attika und Unterkante nehmen die Höhen des Nachbarhauses auf. Im Sockelbau befinden sich das Bad, die Schlafräume und eine Bibliothek, die durch eine neu eingezogene gekrümmte Wand von den Kellerabgängen abgetrennt ist. Mit ihren tiefen Fensterlaibungen, von denen eine als Sitz- und Lesenische genutzt wird, unterstreicht sie den massiven Charakter. Über eine Treppe gelangt man nach oben in den lang gestreckten, von Einbauten freigehaltenen Wohnraum. Grauer Estrich, Sichtbetonstufen und zementgebundene Spanplatten an den Wänden bilden zurückhaltende Oberflächen. Dominierende Gestaltungselemente sind hier die großen Öffnungen mit vielseitigen Ausblicken.



Architekten: Hertl.Architekten, Steyr
Mitarbeiter: Lothar Bauer, Astrid Meyer
Tragwerksplaner: Kristian Zeller, St. Valentin