"Ein Nomadenhotel für Frankfurt am Main"
Mit 430 Studenten von 53 Hochschulen war die Teilnehmerzahl am 2. Xella Studentenwettbewerb besonders hoch. Insgesamt wurden 260 Entwürfe zur Bewertung durch die Jury zugelassen. Die Aufgabe des Ideenwettbewerbs war die Entwicklung eines modernen Nomadenhotels für Frankfurt am Main als Alternative zu bestehenden Hotelkonzepten. Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main fand jetzt die Siegerehrung der bundesweiten Auslobung statt.
Die ersten drei Plätze des mit insgesamt 30 000 Euro dotierten Wettbewerbs belegten Studenten der FH Mainz, der FH Augsburg und der RWTH Aachen. Die Aufgabe des Wettbewerbs stellte hohe Anforderungen an die Studenten. Um neue Ideen für temporäres Wohnen zu finden, galt es, die bislang üblichen Leistungen eines normalen Hotels, eines Apartment-Hotels oder eines Boarding Houses grundsätzlich zu hinterfragen und durch neue Entwürfe zu ersetzen. Sowohl der flexible Weltenbummler, der allein oder in Gruppen reist, als auch das reiselustige Seniorenpaar oder die Familie mit Kleinkindern sollen in dem zu planenden Objekt ein zeitweiliges Zuhause finden. Um eine vergleichbare Ausgangsbasis zu schaffen, sollten die Planungen auf ein beispielhaft vorgegebenes Grundstück im Frankfurter Osthafen an der Honsellbrücke in der Nähe des künftigen EZB-Gebäudes passen.
Entstanden sind interessante und überraschend kreative Wohnmodelle, die unterschiedliche Ansprüche an eine vorübergehende Heimat erfüllen. Sie überzeugten die unabhängige Jury sowohl als städtebauliches Konzept als auch in ihrer architektonischen Gestaltung. Dabei haben die Studenten die Grenzen zwischen Mobilität und Immobilie völlig neu definiert. So interpretierte der Sieger Benjamin Hagemann von der FH Mainz, betreut von Professor Michael Spies, das Nomadenleben als ständige Baustelle (Bild oben links). Jeder Nomade nutzt seine »private Wohnbox«, die in einem unterirdischen Lagerschacht aufbewahrt und bei Bedarf an die Infrastruktur eines aus zwei langgestreckten Baukörpern bestehenden Wohnregals mit Mainblick angedockt wird. Damit ist genau wie der Nomade selbst auch das Gesamtbild des Hotels ständig in Bewegung. Um dem modernen Nomaden einen individuellen Aufenthalt anzubieten und diesen zu verwirklichen, verfolgte der zweite Preisträger, Markus Schwarz von der FH Augsburg, betreut durch Dozent Professor Georg A. Sahner, den Leitgedanken der Stadt in der Stadt (Bild oben rechts). Dabei wählt der moderne Nomade seine temporäre Wohnung unter einer Vielzahl von Möglichkeiten aus. Bei Moritz Groba von der RWTH Aachen und Gewinner des 3. Preises wird das Hotel selbst zum Nomaden. Ohne neu zu bauen, nutzt er den Leerstand von Büround sonstigen Flächen und entwickelt daraus mit zwei transportierbaren Containern temporäre Domizile. Moritz Groba wurde von Prof. Fred Humblé betreut. Der Xella Studentenwettbewerb, der die Tradition des früheren Hebel Studentenwettbewerbs fortführt, fand in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Er wurde ins Leben gerufen, um angehenden Architekten und Bauingenieuren die Möglichkeit zu bieten, sich mit praxisnahen Aufgaben auf die Herausforderungen des späteren Berufslebens vorzubereiten.
Auch das Thema für den 3. Xella Studentenwettbewerb steht schon fest. Der Titel »Ein Turm für Berlin« verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema Hochhaus in urbaner Umgebung. Die Unterlagen und ausführliche Informationen zum Wettbewerb sind bereits im Internet auf der Homepage des Auslobers erhältlich.
Xella International GmbH
Franz-Haniel Platz 6–8
47119 Duisburg
† 0800 5235665
www.xella.de

